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SYMPOSION: „Ist das Transzendenz-Paradigma geeignet, außereuropäische philosophische und religiöse Literaturen zu interpretieren?“

Voraussichtlich ca. 24.-26.09.2021 (Fr-So)

Da abzusehen ist, dass das Herbst-Symposion 2021 noch nicht wieder als Präsenzveranstaltung wird abgehalten werden können, haben wir uns entschlossen, es in (evtl. zwei) digitalen Sitzungen (Zoom, Skype) von ca. 90 Minuten Länge abzuhalten. In der Vorbereitung bitten wir eine Reihe von Referent/innen, bis zum Sommer ihre Beiträge in schriftlicher Form einzureichen, die dann an alle Teilnehmer/innen des Symposions zur privaten Lektüre nach Hause und zum ausschließlich internen Gebrauch zu diesem Zweck weitergereicht werden. Nach Abschluss aller Lektüren durch alle laden wir dann die Betreffenden ein, an den moderierten digitalen Diskussionen der eingereichten Papiere teilzunehmen. Alle an einer Teilnahme Interessierten und mit den nötigen digitalen Voraussetzungen Ausgestatteten werden gebeten, sich frühzeitig anzumelden. Mit der Anmeldung verbindet sich die Erklärung der Bereitschaft, die eingereichten Papiere vorher zu Hause durchzustudieren. Die Termine für die Sitzungen werden später - nach Abschluss der privaten Lektürerunde - zeitnah bekannt gegeben. Wir zielen Sitzungsdaten Ende September an. Die Uhrzeiten werden so gewählt, dass betreffende Teilnehmer/innen auf allen Kontinenten integriert werden können. Bitte informieren Sie sich über die endgültig vereinbarten Sitzungstermine selbst auf unserer Internetseite: www.eko-haus.de oder beim Koordinator.

Anfragen und Anmeldung bei Dr. habil. Hermann-Josef RÖLLICKE (Tel.: 0211–577918-214, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Das Symposion stellt die kritische Frage, ob „Transzendenz“ ein universaler Begriff menschlichen Denkens sei, der überall und zu allen Zeiten vorkommen könnte, oder nicht. Wir gehen von der geschichtlichen und philologischen Diagnose aus, dass er seine Wurzel im Werk PLATONS habe und in seinen vielfältigen Abwandlungen in der vorderorientalisch-abendländischen philosophischen und theologischen Überlieferung bis heute ein Merkmal der Wirksamkeit von deren Platonismus sei. Schon Aristoteles‘ Analogie-Lehre kann als ein Einspruch gegen das „Transzendenz“-Paradigma gelesen werden. Die Bibel kennt in ihrem Grundtext den „Transzendenz“-Gedanken nicht. Er ist aus einer epochalen Not der Deutung des „Seienden“ im 4. Jh. v. Chr. in Griechenland erwachsen. „Transzendent“ heißt ursprünglich dort das, was „über“ das Sein „hinaus“ liegt und deshalb auch auf die verschiedenen Grade des Seienden in dessen Seinsabfall seine Auswirkungen hat. Kann man angesichts dieser Lage als Übersetzer und Interpret z.B. buddhistischer Schriften den „Transzendenz“-Gedanken mit Recht auch dort am Werk sehen (man findet z.B. die prajñāpāramitā bisweilen als „transzendente Weisheit“ kolportiert, ebenso andere zentrale buddhistische Ausdrücke wie lokōttara oder asaṃskṛta mit der Transzendenz in Verbindung gebracht)? Oder ist er so spezifisch und besonders, dass es sich verbietet, ihn asiatischen Literaturen zuzumuten? 

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