Januar/Februar 2001

Brief 1




Alle sprechen vom Millenium, vom Beginn eines neuen Jahrtausends. Aber nur der Mensch konstruiert die Idee von Unterbrechung und Neubeginn. Eigentlich geht die Zeit gänzlich ohne Unterbrechungen weiter. Für die Menschen ist es aber gut, das Leben in Abschnitte zu unterteilen, denn dann können sie mit neuer Kraft noch eimal etwas Neues beginnen. Buddhas Kraft geht ohne Unterbrechung pausenlos weiter. Wenn ich daran denke, fällt mir ein Gedicht von Takeko Kujô ein. Sie ist die Tochter des 21. Oberhauptes des Nishi-Hongwanji. Sie war sehr im sozialen Bereich der damaligen buddhistischen Frauenbewegung engagiert. Man kann dieses Gedicht auf einer Steintafel im Vorhof des Tsukiji-Hongwanji in Tôkyô lesen:

Ohohi naru mono no
chikara ni hikareyuku
waga ashiato no
obotsukanashi ya


"Wie schwach und schwankend fühle ich meinen Schritt, der doch von der großen Kraft Amidas gezogen und geleitet wird."


Das Gedicht drückt die Schwäche der Menschen im Gegensatz zur Größe der Kraft Amidas aus. Diese beiden Pole bilden die Tiefe des Gedichtes. So mögen wir alle, von der großen Kraft Amidas gezogen und nicht gestoßen, auf unserem Lebensweg weitergehen.

Es freut uns sehr, daß wir Ihnen den ersten Brief unseres Vereins schicken dürfen und dadurch in regelmäßigem Abstand unsere Kontakte mit Ihnen vertiefen zu können.

Shinrans Todestag ist nach dem Mondkalender der 28. November 1262. Nach dem heutigen Sonnenkalender ist es der 16. Januar. In Japan wird im Nishi Hongwanji das Hôonkô-Fest eine Woche lang bis zum 16. Januar gefeiert. Einige Zweige feiern das Fest heute noch nach dem Mondkalender bis zum 28. November. 16. Januar = Goshôki = genau treffender Todestag von Shinran Im letzten Absatz von Kyôgyô shinshô hat Shinran geschrieben, daß er im 1. Jahr der Ära Kennin 1201 (Gannen) den Hiei-Berg verlassen hat und nach 100-tägiger Meditation im Rokkakudô in Kyôto direkt zu Hônen gegangen ist. Der Überlieferung nach ist ihm vorher im Traum Prinz Shôtoku erschienen und hat ihm geraten zu Hônen zu gehen. Shinran hat alle Übungen verworfen und hat sich von da an nur noch dem Hauptgelübde von Amida Buddha zugewandt: das Nembutsu sagen. Die entgültige Zuwendung Shinrans zur Lehre des Nembutsu ist also genau 800 Jahre her.
(Prof. Dr. Muneto Sonoda)

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Gründung des Vereins
EKO Gemeinschaft europäischer Shin-Buddhisten e.V.


Am 07.05.2000 unterzeichneten 17 anwesende Personen nach intensiver Diskussion im Hotel Schweizer Hof in Baden-Baden im Rahmen des Frühjahrssymposiums des EKO-Hauses, Düsseldorf die Beschlußfassung über die Gründung eines Vereines. Er sollte den Namen "EKO Gemeinschaft europäischer Shin-Buddhisten e.V." tragen, seinen Sitz in Düsseldorf haben und das Ziel verfolgen, die buddhistische Lehre auf der Grundlage des Jôdo-Shin-Buddhismus zu pflegen. Vorausgegangen war diesem Gründungsschritt, der eng mit den Namen: Dr. Rahn und Prof. Dr. Sonoda verbunden ist, die Erstellung einer Mustersatzung, das Einholen von Meinungsäußerungen dazu im europäisch shinbuddhistischen Lager und die Einarbeitung der Änderungsvorschläge . Die Weggefährten: Frau Freundt, Frau Stefan, Herr Prof. Dr. Sonoda, Herr Shirayama und Herr Drebs wurden beauftragt, die Eintragung des Vereines voranzutreiben. Bis zum September 2000 wurden alle rechtlichen Schritte beim Finanzamt und Vereinsregister zur Anerkennung eines Vereines nach deutschem Recht getätigt. Satzung und Vorverein wurden dann mit VR-Nr. 8855 anerkannt und im Rahmen des Herbstsymposiums 2000 am 09.12. konnte die erste offizielle Mitgliederversammlung durchgeführt werden. Hierbei wurden die Beiträge festgelegt, die Ziele des Vereins seitens des Vorstandes konkretisiert und die Mitglieder zur aktiver Mitarbeit ermuntert. Im Anschluß daran traten spontan weitere Mitglieder dem Verein bei, sodass auf eine gesunde europäische Basis geblickt werden kann. Glücklicherweise wurde am 29. Juni 2000 der Tempel des EKO-Hauses der Japanischen Kultur e.V. zum ordentlichen Tempel in feierlicher Zeremonie eingeweiht, sodass der Verein neben den notwendigen Räumlichkeiten seinen geistigen Sitz im Tempel gefunden hat. Und nun geht's los.

Und wie, ist dem Terminkalender auf Seite 4 zu entnehmen.

(Michael Drebs)


Selbstdarstellung des ShinDo e.V.

Die Buddhistische Begegnungsstätte Shin Do Berchtesgadener Land e.V. wurde 1996 von Mitgliedern der damaligen Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland (BGJD) und Freunden durch die Initiative von Thomas Moser und Achim Willfahrt gegründet. "Shin Do", kurz für shinjin dôjô, meint einen Ort der shinbuddhistischen Praxis, der dem Bedürfnis, auch im Alltag mit der shinbuddhistischen Tradition verbunden zu sein, sein Entstehen verdankt. Der Verein, der das bisher einzige buddhistische Zentrum im Landkreis unterhält, versteht sich als shinbuddhistische Religionsgemeinschaft.

Überregional richtet der ShinDo e.V. zusammen mit anderen buddhistischen Richtungen gemeinsame Veranstaltungen aus und unterstützt aktiv einen interreligiösen Dialog. Als Nachfolgeorganisation der BGJD vertritt die Gemeinschaft den Shin-Buddhismus in der EBU (European Buddhist Union), der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) und ihren Gremien sowie im Netzwerk Engagierter Buddhisten (INEB). Anerkennung und Unterstützung erfährt die Gemeinschaft durch den Jôdo Shinshû Tempel "Eko-ji" (EKÔ-Haus der Japanischen Kultur in Düsseldorf) und durch die IABC (International Association of Buddhist Culture) in Kyôto, Japan. Durch zahlreiche persönliche Besuche bekannter shinbuddhistischer und anderer buddhistischer Persönlichkeiten im ShinDo, aber auch durch Besuche einiger Mitglieder in Japan und U.S.A. und auf Kongressen in Europa bestehen weltweite freundschaftliche Kontakte.

Der vom japanischen Muttertempel "Nishi Hongwan-ji" in Kyôto ordinierte Rev. Moser hält regelmäßig wöchentliche buddhistische Shin-Andachten mit Seiza-Meditation, das heißt mit einer kurzen stillen Atembetrachtung (Anapanasathi) sowie Gesprächskreise für Mitglieder und Gäste ab. Dafür konnte eine Räumlichkeit auf Dauer angemietet werden, die als Tempel- und Versammlungsraum eingerichtet wurde und mit beträchtlichen Eigenmitteln sowie hochherzigen Spenden unterhalten wird. Zu den Jahresfeiern und weiteren Veranstaltungen ist die interessierte Öffentlichkeit eingeladen. Besondere öffentliche Beachtung findet jährlich

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die Bergwanderung für Buddhisten und das shinbuddhistische Retreat, das ebenfalls vom Charakter der Berchtesgadener Bergwelt eindrucksvoll geprägt wird. Die Publikation "ShinDo-Nachrichten", die die früheren "Fliegenden Blätter" der BGJD abgelöst hat, findet auch bei anderen buddhistischen Gemeinschaften Beachtung. Sie führt die jahrelange erfolgreiche Bemühung der Initiatoren des ShinDo fort, den Shin-Buddhismus in Deutschland bekannter zu machen.

(Thomas Moser)

Gemeinsame Andacht in Lübeck

Am 14. Oktober 2000 fand um 20.00 Uhr in Lübeck in der evangelischen Petri Kirche eine gemeinsame Andacht verschiedener Religionsgemeinschaften statt.
Es beteiligten sich mit jeweils eigenen Beiträgen:
Evangelische, römisch-katholische und russisch orthodoxe Kirche (Christentum)
Hinduismus
Bahai Religion
Sunniten und Aleviten (Islam)
und zum erstenmal Shin-Buddhismus (den wir, Siegfried und Cornelia Bauer, vertreten durften) Wir rezitierten das Juseige im Original und lasen anschließend die deutsche Übersetzung vor.
Lübeck hat sehr viele große Kirchen, die zunehmend meistens leer stehen. Hier in der Petri Kirche finden keine regelmäßigen Gemeindegottesdienste mehr statt und man hat sie für Sonderveranstaltungen geöffnet. So konnte diese gemeinsame Andacht gehalten werden. Es finden außerdem Ausstellungen, Vorträge, Diskussionen, Konzerte usw. mit jeweils angepasster Raumgestaltung statt.

(Cornelia Bauer)

Der Buddhistische Runde Tisch (BRT) in Berlin und Potsdam

Der BRT - Berlin trifft sich einmal im Monat im Café Bilderbuch (ein nettes, ruhiges Café in zentraler Lage), der BRT Potsdam einmal im Monat in einem Selbsthilfezentrum. Dadurch hat jeder BRT seine ganz eigene Atmosphäre. Auch das Publikum ist ganz unterschiedlich. Die meisten Besucher in Berlin haben sich schon mit dem Buddhismus beschäftigt, nach Potsdam kommen viele Menschen, die

keinerlei Vorwissen haben. Im Januar haben wir über das Erleben von Ohnmacht in dieser Gesellschaft bzw. Dem Gefühl, äußeren Umständen ausgeliefert zu sein und der Einflussnahme auf das eigene Leben von innen durch den buddhistischen/shin-buddhistischen Weg gesprochen. Nach dem Motto: Ich kann die Welt nicht verändern, aber die Art wie ich sie betrachte. Sowohl in Potsdam als auch in Berlin kamen angeregte Gespräche zustande. Im Februar geht es um das Thema Glück aus buddhistischer Sicht. Das für März geplante Thema ist Anhaftung / Karma. Manchmal ist es nicht einfach, den unterschiedlichen Erwartungen der Besucher zu entsprechen. Ein Mensch ohne Vorwissen hat ganz andere Fragen als ein Mensch, der schon viel über Buddhismus gelesen hat. Manchen Erwartungen kann man nicht gerecht werden.

(Ilona Just)

Neues aus Antwerpen

Tempel Jikoji
Adresse: Pretoriastraat 68,
B-2600 Antwerpen-Berchem,
Bankverbindung 408-2066511-88

Aus gesundheitlichen Gründen wird Herr Peel von einem Komitee von vier Mitgliedern im Verwaltungsbereich unterstützt. René Van den Langenbergh ist als Vorsitzender verantwortlich für die Wartung, Reinigung , Organisation von Zusammenkünften und Ansprechpartner für Besucher. Herr Peel, ist für die innere Verwaltung des Tempels zuständig und leitet weiterhin die täglichen Tagesdienste.

De Simpele Weg
Adresse: Leemputstraat 10 B
B-2600 Antwerpen-Berchem,
Bankverbindung 408-2075891-59

Die Adresse und Verwaltung der Zeitschrift "De Simpele Weg" musste aus gesetzlichen Gründen der Verwaltungs- und Finanzbehörden von der Adresse des Tempels getrennt werden.

(Shitoku A. Peel)

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Terminkalender

17.-23. März Higan-Festwoche in Japan
(Fest der Erreichung des "Anderen Ufers", Pâramitâ-Fest)
Das Sanskrit-Wort pâramitâ bedeutet "die Vollkommenheit", oder genauer "das Erreichen der Vollkommenheit". Man besinnt sich auf die eigene Pâramitâ und gedenkt der Vorfahren die schon das Nirvâna bzw. das Reine Land erreicht haben.

24. März Pâramitâ-Fest im EKO-Haus
(Gedenken an die Pâramitâ (Vollendung) zum Frühlingsanfang)
Beginn: 14Uhr Sanbujo, Juseige, und Gobunsho

08. April Shâkyamuni's Geburtstag - Blumenfest

13.-15. April Gedächtnisfeier der Gründung des Jôdoshinshû
04.-06. Mai Frühlingssymposium in Bad Reichenhall


Jôdoshinshû

• Hongwanji International Center
Adr.: Shimogyo-ku, Higashinakasuji, Rokujo sagaru
600-8341 Kyoto, Japan
Tel.:+81 75 371-5547, Fax: +81 75 371-4070

Internet Jôdoshinshû-Sites

• Jôdoshinshû Hongwanji-ha (Japanisch)
http://www.hongwanji.or.jp

• Shindo (Deutsch)
http://members.aol.com/Jodoshin/shindo.htm

• Jikoji(Holländisch, Englisch und Deutsch)
http://www.jikoji.com

• International Association of Buddhist Culture (Englisch)
http://www.ne.jp/asahi/iabc/homepage/index.html

• Ryûkoku Universität - Kyôto/Japan (Englisch)
http://www.ryukoku.ac.jp/index.en.html

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