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EKŌ-Haus der Japanischen Kultur e.V.
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学術行事 
Wissenschaftliche Veranstaltungen

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Lektüre/ Kolloquium/ Symposion/ Lehrhaus/

レクチャー Lektüre

LEKTÜRE: Grundtexte des Buddhismus


Das Mahāparinirvāṇa–sūtra [大般涅磐經] des Mahāyāna

Do 12.01., 26.01., 16.02., 08.03., 29.03., 19.04., 10.05., 31.05. 21.06.
18-21 Uhr (mit halbstündiger Pause)
Kyōsei-Saal

Dr. habil. Hermann-Josef Röllicke

Das Nirvāṇa–sūtra des Mahāyāna – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Sūtra des Pali–Kanons – ist in mehreren Übersetzungsschüben nach China eingedrungen und hat dort jedes Mal entscheidende Veränderungen in der Deutung zentraler Punkte der Lehre mit Folgen für den ostasiatischen Buddhismus im Ganzen ausgelöst (u.a. Lösung des icchantika–Streits darüber, ob bestimmte Wesen von der Buddhaschaft ausgeschlossen seien). Dazu gehören: die beständige Gegenwart des Buddha, die "Buddhaheit" (buddhadhatu, 佛性): die allen Wesen gleichermaßen innewohnende Potenz, Buddha zu werden, die unter den kleśas, "Befleckungen des Herzens", verborgen liegt, die Tathāgatagarbha–Lehre, die Lehre vom "wahren Selbst" des Buddha, usw. Die Schrift hat in Ostasien eine eigene Schulrichtung be-gründet, die später im Tiantai 天台– (Tendai–) Buddhismus aufging. Sie bildet noch heute eine eigene Abteilung des buddhistischen Kanons. Trotz der überragenden Bedeutung der Schrift liegt lediglich eine englische Übersetzung von Yamamoto Kōshō von 1973–75 vor, die im Internet zugänglich ist. Eine Übersetzung aus dem Tibetischen erarbeitete Stephen Hodge.

コロッキウム Kolloquium

KOLLOQUIUM Klassiker buddhistischer Scholastik

Di 07.02. (nicht am 31.1.!), 28.02., 27.03., 08.05., 05.06.
Beginn: jeweils 19 Uhr, Seminarraum
Prof. Dr. Volker Beeh, Marc Nottelmann-Feil M.A., Prof. Dr. Gregor Paul

Gegenstand des Kolloquiums sind klassische Texte buddhistischer Scholastik wie Nāgārjunas Karikā (Jap. Chūron 中論), Vasubandhus Abhidharmakośa (Jap. Kusha–ron 倶舎論) [Traktat über den Abhidharma], Xuanzangs Cheng weishi lun 成唯識論 (Jap. Jōyui-shiki–ron), [Traktat über die Realisation des bloßen Bewusstseins] und Nāgārjunas Traktat der zwölf Tore (Jap. Jūnimonron 十二問論). Dazu kommen neuere Studien wie Texte der Kyōto–Schule. – Dabei sind vor allem solche Stellen thematisch, die Kausalitätskonzepte (Begriffe abhängigen Entstehens, Jap. engi 縁起), Begriffe der Leere (Jap. 空) oder Bewusstseinsbegriffe (Jap. shiki 識) behandeln. – Textgrundlage: Sanskritversionen, chinesische, japanische und englische Versionen oder Übersetzungen. Soweit erforderlich, werden Kopien der jeweils zur Diskussion stehenden Textauszüge zur Verfügung gestellt.

Symposion

"Zur Kritik eines ästhetischen Umgangs mit der Kunst"

Fr-So 30.03. - 01.04.
Beginn: Fr. 30.03., 15.00 Uhr
EKŌ–Saal

Öffentliche Veranstaltung! Interessenten willkommen!
Anfragen zum Symposion bei Dr. habil. Hermann-Josef Röllicke, Tel.: 0211-577918-214
E-Mail: roellicke@eko-haus.de


Wenige Wissenschaftsbegriffe üben eine so machtvolle Sogwirkung auf vergangene und nicht–europäische Werke der "Kunst" aus wie der der "Ästhetik". Bald nachdem das Wort 1735 geprägt war, gab es kein Halten mehr dabei, die gemeinte Sache sei schon immer und überall da gewesen. Die letzten beiden Ekō–Haus–Symposien stießen aber vielfach darauf, dass die ästhetisierende Aneignung der "Kunst" keineswegs mit Recht universell geschehe. Gerade dem ästhetischen Umgang mit "Kunst" scheint ihre rituelle oder "religiöse" Aufgabe entgegen zu stehen. Wenn die Prajñā–pāramitā–Sūtren betonen, alles Wahrnehmen und Denken sei leer von Wahrnehmen und Denken, dem Mahāyāna–Buddhismus aber zugleich eine grandiose "Kunst"–Entfaltung eigen ist, dann verbietet es sich, solche "Kunst" "ästhetisch" zu denken. Alle "Ästhetik" bleibt in die Schranken der menschlichen Wahrnehmung gegründet. Sie weiß darum als Ästhetik auch nichts von einem anderen Verhältnis als dem zwischen Werk und Betrachter. Was also war und ist eine "Kunst", deren – gerade nicht "ästhetische" – Aufgabe darin beruht, durch ihr Werk das von allem Auge leere Auge des Buddha oder das den menschlichen Augen unerträgliche Licht Gottes zu uns hindurchzutönen?

LEHRHAUS FÜR DAS DENKEN DER RELIGION

"Herausgefordert durch Tolstoj: Exemplarisches zur
Tolstoj-Rezeption in der protestantischen Theologie des 20. Jhs."

Di 07.02., 18.30 Uhr, Kyōsei-Saal
Prof. Dr. Martin Tamcke (Göttingen)

Tolstoj hat nicht nur ein umfangreiches Erbe an Romanen und Er-zählungen, sondern auch ein vielseitiges religionsphilosophisches Werk einschließlich einer Neuübersetzung der Evangelien hinterlassen. Seinen eigenen Ansatz gewann er anhand der Bergpredigt. Von hier aus kam er dazu, konsequent für Pazifismus einzutreten, von ihm her übernahm Gandhi diesen Anstoß, der dann wiederum Martin Luther King entscheidend bestimmte. Obwohl oder gerade weil Tolstoj in Russland kirchlich exkommuniziert wurde, solidarisierten sich protestantische Theologen teilweise mit ihm, andere erklärten ihn zum Gegner des Christentums. Aus dem Spektrum der Tolstoj–Rezeption sollen bekanntere und unbekanntere Beispiele vorgeführt werden, die verdeutlichen, wie mit dem radikalen Ansatz Tolstojs seitens deutscher Theologen verfahren wurde. – Ein Blick vorab in Tamckes Tolstoj–Monografie, Tolstojs Religion, ist für den Hintergrund dieses Vortrages besonders zu empfehlen.

"Die Mischna als Konzeption von Welt und Wirklichkeit"

Di 24.04., 18.30 Uhr, Kyōsei-Saal
Dr. Heinz-Jürgen Loth (Neuss)

Mischna-Ordnung Die Mischna (wörtlich "Wiederholung") ist das Werk der Tannaim, jener Lehrer des 1. und 2. Jhs., die Kraft ihrer Autorität lehrten: Tora ist das, was der Weise lehrt. Die Verknüpfung mit der geschriebenen Tora sollte erst später im Zuge der Exegese und Hermeneutik im Talmud erfolgen. Der Weise ist tora incarnata ("Fleisch gewordene Tora") und bildet zusammen mit seinen Schülern eine Gemeinschaft, in der diese Welt transformiert wird und auf der die Gegenwart Gottes ruht. Das Studium der Tora leitet somit über zu einem Prozess der Erlösung in der Welt und in der Zeit, die kommen werden.

Abb.: Erste Seite der Mischna–Ordnung Seraim (Wilna, 1921)

Anfragen zum "Lehrhaus" bei: Dr. habil. Hermann–Josef Röllicke, Tel.: 0211–577918-214
E–mail: roellicke@eko–haus.de.

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