Wissenschaftliche Veranstaltungen
Kolloquium / Lektüre / Tannishō / Symposion / Vorträge / BDK StipendiumKolloquium
Āryadevas Śataśāstra [T. 1569, 百論]
Prof. Dr. Volker Beeh, Prof. Dr. Gregor Paul
Di 6.7., 7.9., 5.10., 2.11., 7.12.
Beginn jeweils: 19 Uhr, Seminarraum
Textgrundlage: Sanskritversionen, chinesische, japanische, französische und englische Versionen oder Übersetzungen, ggf. werden Kopien der jeweiligen Textauszüge zur Verfügung gestellt. – Im Anschluss an die Auseinandersetzung mit Nāgārjunas Karikā, doch ohne die Kenntnis der dabei entwickelten Interpretationen vorauszusetzen, soll das Kolloquium Rekonstruktionen anderer grundlegender Klassiker buddhistischer Scholastik in China und Japan erarbeiten. Dies geschieht in einer kontinuierlich theoretisch reflektierten Lektüre, Analyse und Diskussion wichtiger, thematisch gegliederter Passagen. So werden z. B. die Stellen erörtert, die Kausalitätskonzepte (Begriffe abhängigen Entstehens), Begriffe der Leere oder Bewusstseinsbegriffe zum Gegenstand haben. Es werden Sanskritisten, Buddhologen, Sinologen, Japanologen und professionelle Philosophen teilnehmen. Referate von Buddhologen sollen die Arbeit im Kolloquium ergänzen. – Eingeladen sind alle, die sich für Philosophie und buddhistische Scholastik interessieren. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Texte und Auskunft bei Jan Marc Nottelmann–Feil (0211–577918–224).
Lektüre
Grundtexte des Buddhismus:
Dhāranī-Schriften der buddhistischen Kanons
Dr. habil. Hermann–Josef Röllicke
Je Do 8.7., 2.9., 23.9., 7.10., 4.11., 25.11., 16.12.
18-21 Uhr (mit halbstündiger Pause), Kyōsei-Saal
Das Sanskritwort dhāranī wird in chinesischer übersetzung oft mit „zusammengefasste“ oder „komprimierte Worte“ (總持語) wiedergegeben. Den dhāraṇī wohnt eine durchtönende, bewegende, verändernde Klangkraft inne, die eine andere Kraft als die der Erkennung von Sinn und Bedeutung im menschlichen Umgang mit Sprache ist. Sie werden meist im Fall gewisser Wunscherfüllungen gebraucht. Buddhologische Lexika behaupten oft, dhāranī hätten „magische Wirkung“. In dieser Lektüreserie wollen wir aber sowohl die Deutungsidee der „Magie“ als auch die von „Ursache–und–Wirkung“ einer Prüfung unterziehen und versuchen, im genauen Lesen von Erzählungen der buddhistischen Kanons, die vom Gebrauch von dhāranī berichten oder die selbst Handbücher zu ihrem Gebrauch sind, besser verstehen zu lernen, was dabei eigentlich geschieht.
Lektüre des Tannishō
Prof. Takao Aoyama, Kiyoyuki Yamada M.A.
Je Fr 25.6., 23.7., 17.9., 8.10., 19.11., 10.12.
14-16 Uhr, Seminarraum, in japanischer Sprache
"Selbst die Guten erlangen die Hingeburt ins Reine Land; erst recht die Bösen. Man pflegt aber zu sagen: 'Selbst die Bösen bekommen noch die Hingeburt; warum nicht die Guten?'." So lautet der bekannteste Satz des Tannishō. 'Die Termini des Buddhismus sind schwer zu verstehen, ich habe den Text nicht' - dies sind oft Gründe, an einer Lektüre solcher Schriften nicht teilzunehmen. Aber gerade denen, die so denken, bieten wir diesen Kurs an. Im Oktober 2004 haben wir mit dem 1. Kapitel angefangen und sind im Frühjahr 2008 bis zum Ende vorgestoßen. Wir gehen langsam und ausführlich vor, damit jeder für sich selbst den Text gut verstehen kann. Wir laden Sie herzlich ein, einmal im Monat an einem Freitagnachmittag zu unserer Lektüre zu kommen. - Die Seminarsprache ist Japanisch.
Symposion
"Bild und Wort"
Fr-So 10.-12.9., Beginn: Fr 10.9. 15 Uhr
Öffentliche Veranstaltung! Interessanten willkommen!
Auskunft: 0211-577918-214 (Dr. habil. Röllicke)
Die Bildhaftigkeit des Bildes und die Sprachhaftigkeit des Wortes sind Sphären je eigentümlichen Charakters. Es soll erörtert werden, was daran problematisch sein kann, dem Bildnerischen und Plastischen Semantiken, Semiotiken oder Symbolismen zuzuweisen, die aus der Wortsprache gewonnen sind; auch die Beschreibung (ekphrasis) des Bildes steht in derselben Differenz. Zugleich aber haftet der Sprache eine eigene Plastizität an, die ihr doch „Bild“–Charakter verleiht. Was überhaupt „Bild“ sei, erweist sich als eine nach wie vor fragwürdige Frage. Diesem Symposion ist die Aufgabe gestellt, das so in seinem Gesamtraum angedeutete Problem an Zeugnissen unterschiedlicher Kulturräume und Epochen zu bedenken. – Es werden Referate u.a. von Franziska Ehmcke (japanische Bildrollen – emaki), Naoji Kimura, Jörg Plassen (koreanischer Buddhismus), Berthold Riese (klassische Maya), H.–J. Röllicke (Kumārajīva), Petra Rösch (früher chinesische buddhistischer Kunst) und Olivia Zorn (Alt–Ägypten) erwartet (Änderungen möglich).
Programm: Achtung: Änderung vorhanden!!
Fraitag, den 10.9.
15.00 Eröffung (Prof. Takao Aoyama)
15.15-16.30 Dr. Frans A.M. Wiggermann: On the relation between word and icon in ancient Mesopotamia
16.45-18.00 Dr. Olivia Zorn: Zur Deutung alt - ägyptischer Opferkammern (um 2.450 v. Chr.)
danach Kurzfühung im Tempel - optional (Dr. habil. Hermann-Josef Röllicke)
ca. 18.30 Buffet im EKŌ-Haus
Samstag, den 11.9.
9.30-10.30 Dr. haibl. Rölicke: Sūtra als Bildrelief - Szenenbild und Dichtkunst in Kumārajīvas Kimnara-sūtra-Übersetzung Dashu Jinnaluowang suowen jing
10.45-11.45 Dr. Petra Rösch: Bild und Text im Vergleich: Die buddhistische Stele der Familie de Chen Hailong
12.00-13.00 Prof. Dr. Jörg Plassen: Von Sprengbildern und Metaphern philosophie: Einige flüchtige Gedanken zur Sprachbildlichkeit im Huāyán-Buddhismus
13.00 Mittagsessen im Brauhaus Albrecht (Alt-Niederkassel)
15.00-16.15 Prof. Dr. emer. Berthold Christoph Riese: Das Spannungsfeld zwischen Schrift und Bild in Mesoamerika
16.30-17.45 Prof. Dr. Naoji Kimura: Entdeckung des Torsos: Komplementarität in der Kunst
19.00 Abendessen im Restaurant Alter Oberkasseler Bahnhof (Am Belsenplatz Nähe Hotel)
Sonntag, den 12.9.
10.00-11.15 Prof. Dr. Franziska Ehmcke: Zum Verhältnis von Text und Bild in der Biographie des Heiligen Mannes Ippen (Ippen-Hijiri-e)
Danach Abschlussdiskussion
Vorträge
"Wie schöne Jade noch schöner wurde..."
Prof. Dr. Gregor Paul (Universität Karlsruhe)
Mi 16.6.
Ab 18.30 Uhr, EKŌ-Saal
Die Geschichte des heutigen östlichen chinesischen Raums zwischen etwa 5.000 und 2.000 v.u.Z. wird mitunter auch als "Jadezeit" bezeichnet. In diesen 3.000 Jahren entstanden zahlreiche ungemein schöne Jadestücke. Der Vortrag geht den Gründen und Kriterien dieser Kunst, Einflüssen in Japan und der Frage nach einer allgemeinen Relevanz für die theoretische Ästhetik nach.
"Fremde Kulturen verstehen, ohne deren Sprache(n) zu erkennen..."
Prof. Dr. Gregor Paul (Universität Karlsruhe)
Mi 8.12.
Ab 18.30 Uhr, EKŌ-Saal
Nicht alle, die sich für fremde Kulturen interessieren und sich über sie äußern, kennen deren Sprachen. Können sie da die fremden Kulturen überhaupt verstehen? Das Referat geht dieser Frage nach. Dabei bricht es in mancher Hinsicht durchaus auch „eine Lanze“ für das „sprachlose Verstehen“.
Lehrhaus für das Denken der Reilion
Das Hauptanliegen des „Lehrhauses für das Denken der Religion“ ist das Denken des Einen der Religion auf den Wegen der unterschiedenen Kulturen. Das „Lehrhaus“ will die Kulturen weder vergleichen noch vermischen, sondern in jeder Kultur das durch Vergleich nicht erreichbare Eine denkbar werden lassen. Darum befördert das „Lehrhaus“ besonders das Gespräch zwischen den Kulturen und steht damit dem Anliegen des EKŌ–Hauses nahe. Anfragen zum „Lehrhaus“ und seinen Veranstaltungen bei: Dr. habil. Hermann–Josef Röllicke, Tel.: 0211–577918–214, E–mail: roellicke@eko–haus.de.
"Das zentralasiatische Buch über die zehn Höllenkönige"
Prof. Dr. Peter Zieme (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Di 23.11., ab 18.30 Uhr, Kyōsei-Saal
Zu den Funden aus den mittelalterlichen Klöstern und Tempeln in Dunhuang und Turfan gehören auch Reste des meist illustrierten Werkes Shiwang jing nicht nur in seinem chinesischen Original, sondern auch in alttürkischer (altuigurischer) übersetzung. Dieses im Spannungsfeld von Buddhismus und Daoismus entstandene Buch versprach nach den überstandenen Prüfungen vor den zehn Höllenkönigen durch die Einschaltung des Bodhisattvas Kslitigarbha (地藏) eine Wiedergeburt im Buddhaland Amitābhas. Auf die Präsentation der illuminierten Buchrollen, die auch auf die Besonderheiten der altuigurischen Gestaltung aufmerksam machen will, sollen Überlegungen zum Verhältnis zwischen populärem Buddhismus, als dessen exponiertes Beispiel das Shiwang jing gelten darf, und den entsprechenden Werken des kanonisierten Buddhismus folgen.
BDK-Stipendium
Das BDK-Stipendium richtet sich an Doktoranden/innen unter 40 Jahren, die einen einjährigen Buddhismus bezogenen Studien- und Forschungsaufenthalt an einer japanischen Universität oder einem japanischem Institut in Japan planen.
Bewerbungen von Interessenten mit japanischer Staatsangehörigkeit können leider nicht berücksichtigt werden.
Für weitere Infos sowie Fragen wenden Sie sich bitte an:
Society for the Promotion of Buddhismus Attn: BDK Fellowship 3-14 Shiba 4-chome Minato-ku Tokyo 108-0014 JAPAN Tel.: +81-(0)3-3455 5851 Fax: +81-(0)3-3798 2758 E-Mail: bdk@bdk.or.jp (Attn: BDK Fellowship) URL: http://www.bdk.or.jp/english/activity/foreigner.html
ACHTUNG: Anfragen zu diesem Stipendium, die an das EKŌ-Haus gerichtet werden, können leider nicht beantwortet werden.







