Vortrag: Traditionelle japanische Medizin – Kampō

Vortrag: Traditionelle japanische Medizin – Kampō

DI 3.7.
Beginn: 18.30 Uhr

EKO-Saal
Eintritt frei!

Dr. Kenny Kuchta (Klinik für Gastroenterologie und gastrointesti-nale Onkologie, Universitätsmedizin Göttingen)
Der Begriff Kampō 漢方 bezeichnet die akademische Medizintradi-tion Japans, die im 6. bis 10. Jh. durch Import medizinischer Liter-atur und ausgebildeter Experten aus China und Korea begründet wurde, sich seit dieser Zeit jedoch unabhängig entwickelt hat. Heute übernimmt die japanische Krankenkasse die Kosten für 148 Kampō-Rezepturen. Viele dieser pflanzlichen Arzneimittel stellen auch für europäische Patienten interessante Therapieoptionen dar. So ist z.B. in Japan die Rezeptur Yokukansan 抑肝散 zur Therapie von ADHS zugelassen. Insbesondere in der Versorgung hochbetagter Patienten kommen die sogenannten „Unterstüt-zungsmittel“ (hozai 補剤) Jūzentaihoto 十全大補湯 und Hochūek-kito 補中益気湯 zum Einsatz. Leider ist Kampō in Europa noch weitgehend unbekannt.

Vortrag: Augenzeugenbericht: Der Tag, an dem ich „Atombombenopfer“ wurde

Sa 11.8.
Beginn: 15.30 Uhr

EKO-Saal
Eintritt frei!

Michimasa HIRATA

Am 6. August 1945 um 8.15 Uhr explodierte über Hiroshima die erste Atombombe. Nach dem Abwurf breitete sich am Himmel minutenlang der Atompilz aus. Die Landschaft unter dieser Wolke glich einer wahren Hölle. Ich war damals neun Jahre alt und befand mich zwei Kilometer vom Detonationszentrum entfernt. Darum möchte ich erzählen, was ich gehört und gesehen habe und wie schrecklich die Kernwaffen sind. Noch heute gibt es viele dieser teuflischen Waffen; ein Knopfdruck genügt, um sie zu zünden. Ich möchte Ihnen klarmachen, dass unsere schöne Erde aus irgendeinem Anlass in eine Mondlandschaft verwandelt werden könnte.

Vortrag: Als die Natur aus den Gärten Japans japanische Gärten machte

nature

Do 15.11.
Beginn: 19 Uhr

EKO-Saal
Eintritt frei!

PD Dr. Christian Tagsold

Japanische Gärten gelten gemeinhin als besonders gelungene Abbildungen der Natur. In ihnen werde das natürliche Vorbild besonders feinsinnig und künstlerisch nachgebildet, während Gärten und Parks im Westen die Beherrschung und Domestizierung der Natur zum Thema hätten.
– Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Eigentlich sollten Gärten in Japan literarische oder religiöse Thematisierungen der Natur aufgreifen und gebildete Betrachter aus der aristokratischen Schicht mit diesen indirekten Anspielungen erfreuen. Erst in der Phase der Modernisierung des Landes im 19. Jh. wurde daraus dann ein vermeintlich direkter Verweis auf die Natur selbst. Da Gärten zu Symbolen des neuen Nationalstaates überhöht wurden und damit aus den vielfältigen Gärten in Japan die feste Kategorie „japanische Gärten“ wurde, sollten sie die besondere Naturnähe des gesamten japanischen Volkes demonstrieren. Das Verhältnis von Natur und Garten ist also komplex.
(Foto: Reisfeld und Blumen im Koishikawa Kōrakuen in Tōkyō, © C. Tagsold)

Kolloquium: Klassiker buddhistischen Denkens

Di 4.9., 2.10., 6.11., 4.12.
Beginn 18.30 Uhr, Seminarraum
Prof. Dr. Hisao Matsumaru, Marc Nottelmann–Feil M.A.

koll

Wie bisher wollen wir im Kolloquium auf das Verständnis großer buddhistischer Autoren wie Nāgārjuna, Xuanzang oder Dōgen hinarbeiten. Dazu vereinbaren wir Texte, über die in den nächsten Sitzungen gesprochen werden soll. Neuinteressenten sind jederzeit willkommen! Wer eine E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt die Texte im Voraus zugeschickt. Kenntnisse einer buddhistischen Originalsprache sind hilfreich, aber nicht unbedingt erforderlich. Weitere Auskunft unter 0211-577918-224 (Herr Nottelmann–Feil)

SYMPOSION: „Pratyaya/yuán/en 縁 (,Bedingtheitʼ) und sein Unterschied zur abendländischen Kausalitätsidee“

foto symposium

Fr–So 28.–30.9.

Beginn: Fr 28.9., 15.00 Uhr, Ende: So 30.9., gegen 12.30 Uhr
Anfragen bei Dr. habil. Hermann–Josef Röllicke,
Tel.: 0211–577918-214, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Buddhismus hat auch die ostasiatischen Kulturen tief in den Gedanken eingeübt, dass die Geschehnisse der Welt neben den hetu (Jap.: in 因), „Ursachen“, durch pratyaya (Jap.: en縁), „Bedingtheiten“, „Beziehungen“, geprägt werden. Damit scheint ein markanter Unterschied zwischen diesem Denken und demjenigen der abendländischen Metaphysik der Prinzipien und causae vorzuliegen. Letztere hat sich besonders in der neuzeitlichen Wissenschaft auf das determinierte Ganze einer Welt zugespitzt, die zusehends nur noch als „Wirkungs-Kausalität“ gedacht wird. Sie befördert die durch die Technik ermöglichte Produzierbarkeit von Waren und Geräten, den vielschichtigen Funktionalismus von Effektivität und Effizienz mit zwingender, rechnender Endgültigkeit, dient damit aber nicht der unendlich offenen Angewiesenheit der Wesen aufeinander und ihrer Bedürftigkeit. Eine aus pratyaya gedeutete Welt weiß um das Vorläufige, Hinfällige, Provisorische und spornt zu einer Übung an, die das Leiden erkennt und seine Heilung ermöglicht. Der ratio-Bestimmtheit wird eine solche Welt aus Bedingtheiten oft kaum anders denn als ein Spiel aus Irrationalitäten erscheinen, als sei das Unberechenbare, zu dem zumal das Göttliche und Mythische gehört, Unvernunft. Aber gerade dies zeigt den Weg zum Erwachen, während ein kausallogisch denkender Mensch auf kausallogische Weise von Buddhaschaft unberührt bleibt.

Lektüre: GRUNDTEXTE DES BUDDHISMUS: Einführung in Basisschriften der Yogācāra-Schule – die Yogācārabhumi

Do 6.9., 20.9., 11.10., 22.11.,13.12.
18.15–21 Uhr (mit halbstündiger Pause) | Kyōsei–Saal
Dr. habil. Hermann–Josef Röllicke
(Um kontinuierliche und regelmäßige Teilnahme wird gebeten!)

Der Name „Yogācāra“ bedeutet „Meisterschaft des Yoga“. Häufig wird „Yoga“ im hier gedachten Sinn mit „geistige Übung“ übersetzt. Damit wird betont, dass es sich nicht nur um die Beschreibung von virtuosen Tiefenerfahrungen in der Versenkungsübung, sondern auch um das philosophisch lehrende Entwerfen und Reflektieren darüber handelt. – Yogācāra ist u.a. als eine Intervention gegen die Madhyamaka-Schule und deren Deutung der „Leerheit“ hervorgetreten. Es hat spezifische Veränderungen durchgemacht, die in einer späteren Phase zu der Doktrin führten, alle Dinge seien „nur Kennen“ (vijñaptimātra, Chin./Jap.: weishi/yuishiki 唯識): eine Kernaussage des Yogācāra-Vijñānavāda. Dies ist, anders als im Madhyamaka, mit einer ausdrücklichen Bestätigung der „Seins“-Dimension des „Kennens“ und einer affirmativen „Seins“-Deutung überhaupt verbunden. – In unserer Lektüre wollen wir uns langsam und einführend mit dem monumentalen Hauptwerk der Schule bekannt machen, den Stufen der Yoga-Meisterschaft [Yogācāra-bhumi].

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